Zum Inhalt springen

Datenschutz-Ampel für die Soziale Arbeit

Darf das in ChatGPT?

Echte Namen und Falldetails gehören nicht in frei verfügbare KI wie ChatGPT. Ohne Personenbezug ist vieles erlaubt – die Ampel zeigt, was in Ihrer Situation gilt.

Nur in Ihrem Browser · nichts wird gespeichert · kein Konto

1.Welche KI nutzen Sie?

wird vorsichtig wie „frei im Internet“ bewertet

2.Worum geht es?

Nicht dabei? Im Zweifel: keine Namen, keine Details.

Wählen Sie eine Situation – die Ampel erscheint hier.

Kurz erklärt

Warum ist das in der Sozialen Arbeit so streng?

Wer in der Sozialen Arbeit tätig ist, arbeitet mit Sozialdaten und mit Dingen, die Menschen im Vertrauen erzählen. Diese Daten sind durch das Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I) und die Schweigepflicht (§ 203 Strafgesetzbuch) besonders geschützt.

Frei verfügbare KI-Dienste schicken alles, was Sie eingeben, an den Anbieter – ohne Vertrag mit Ihrem Träger. Deshalb kommt es darauf an, was Sie eingeben und über welches Konto. Ideen, Vorlagen und allgemeine Fragen sind meist kein Problem. Namen, Falldetails und Gesundheitsangaben gehören nicht hinein.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu ChatGPT und Datenschutz

Was sind Sozialdaten?

Sozialdaten sind personenbezogene Daten, die eine Stelle wie das Jugendamt, das Jobcenter oder die Krankenkasse für ihre Aufgaben nach dem Sozialgesetzbuch verarbeitet (§ 67 Abs. 2 SGB X). Dazu gehören Namen und Anschriften, aber auch alles aus Gesprächen, Berichten und Hilfeplänen. Sie stehen unter dem Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I). Arbeiten freie Träger im Auftrag, müssen sie die Daten in entsprechender Weise schützen (§ 61 Abs. 3 SGB VIII).

Ist ChatGPT DSGVO-konform?

Das lässt sich nicht pauschal sagen – entscheidend ist, was Sie eingeben und über welches Konto. Ohne Personenbezug, etwa für Ideen, Vorlagen oder allgemeine Fragen, ist die Nutzung datenschutzrechtlich meist unproblematisch. Sobald personenbezogene Daten oder Sozialdaten eingegeben werden, braucht es eine Rechtsgrundlage, einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung zwischen Träger und Anbieter (Art. 28 DSGVO) und klare interne Regeln. Mit einem privaten, kostenlosen Konto ist das nicht gegeben.

Was macht ChatGPT mit meinen Daten?

Alles, was Sie eingeben, wird an den Anbieter OpenAI übertragen und dort verarbeitet. Bei privaten Konten können Gespräche nach Angaben von OpenAI zum Training der Modelle verwendet werden, solange Sie das nicht in den Einstellungen unter „Datenkontrollen“ abschalten. Auch abgeschaltet gilt: Die Daten haben Ihren Träger verlassen. Sozialdaten gehören deshalb nicht hinein.

Reicht es, Namen durch Initialen zu ersetzen?

Meist nicht. Die Datenschutzbehörden weisen ausdrücklich darauf hin, dass es regelmäßig nicht reicht, Namen und Anschriften zu entfernen, weil sich der Personenbezug aus dem Zusammenhang ergeben kann (DSK, Orientierungshilfe KI, Rn. 49). Alter, Schule, Wohnort oder eine seltene Diagnose machen eine Familie oft erkennbar. Fragen Sie besser allgemein, ganz ohne Fallbezug.

Wie nutze ich KI in der Sozialen Arbeit sicher?

Nutzen Sie dienstlich nur KI, die Ihr Träger freigegeben hat – mit eigenem Dienst-Konto statt privatem Konto. Geben Sie keine Namen, Falldetails oder Gesundheitsangaben ein; stellen Sie Fragen allgemein. Prüfen Sie jedes Ergebnis selbst, denn KI-Antworten können falsch sein. Und fragen Sie nach den internen Regeln Ihres Trägers. So empfehlen es auch die Datenschutzbehörden in ihrer Orientierungshilfe zu KI.

Was bedeutet die KI-Schulungspflicht nach Artikel 4 KI-Verordnung?

Seit dem 2. Februar 2025 müssen Organisationen, die KI-Systeme einsetzen, etwas für die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten tun (Art. 4 der KI-Verordnung, VO (EU) 2024/1689). Seit der Änderung im Juli 2026 heißt das, sie ergreifen Maßnahmen, um die Entwicklung der KI-Kompetenz zu unterstützen. Dazu gehört, Chancen und Risiken zu kennen, auch beim Datenschutz. Wie das geschieht, legt die Verordnung nicht fest. Schulungen sind ein üblicher Weg.

Weitere kostenlose Werkzeuge für Ihren Alltag: alle Werkzeuge, zum Beispiel die systemischen Fragen. Für Leitungen gibt es denCheck zur KI-Schulungspflicht und eineVorlage für eine KI-Richtlinie.

Stand: Oktober 2026

Quellen

Entwickelt von

Hedris Jahami.

Sozialarbeiter · KI-Experte

Praxisnahe KI-Fortbildungen für Fachkräfte der Sozialen Arbeit. Von jemandem, der beide Welten kennt.