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Zirkuläre Fragen
Fragen nach der Sicht der anderen: „Was glauben Sie, wie Ihr Sohn das sieht?“
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Kurz erklärt
Was sind zirkuläre Fragen?
Bei einer zirkulären Frage wird eine Person gebeten, sich in eine andere hineinzuversetzen: Was denkt, fühlt oder tut jemand anderes? Die Antwort verrät viel über Beziehungen in der Familie. Alle Anwesenden hören dabei, wie die anderen sie sehen.
Zirkuläre Fragen gehören zu den systemischen Fragen. Sie stammen aus der systemischen Familientherapie des Mailänder Teams und werden heute in Beratung, Familienhilfe und Schulsozialarbeit genutzt.
Beispiele für zirkuläre Fragen
- Was glauben Sie: Wie würde Ihr Sohn die Situation zu Hause beschreiben?
- Wer in der Familie macht sich die größten Sorgen? Wer die kleinsten?
- Wenn Ihre Mutter jetzt hier säße: Was würde sie zu dem sagen, was wir gerade besprechen?
- Woran merkt deine Schwester, dass es dir nicht gut geht?
- Wer reagiert als Erstes, wenn es Streit gibt, und was machen die anderen dann?
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Was sind zirkuläre Fragen?
Zirkuläre Fragen fragen eine Person nach der Sicht einer anderen Person, zum Beispiel: „Was glauben Sie, wie Ihr Sohn die Situation beschreiben würde?“ So werden Beziehungen und unterschiedliche Sichtweisen sichtbar, ohne dass jemand direkt angesprochen oder beschuldigt wird.
Woher kommen zirkuläre Fragen?
Sie wurden vom Mailänder Team um Mara Selvini Palazzoli in der systemischen Familientherapie entwickelt und gehören heute zum Grundwerkzeug systemischer Beratung, auch in der Jugendhilfe.
Wann sind zirkuläre Fragen hilfreich?
Wenn eine Familie in festen Sichtweisen steckt, wenn über Abwesende gesprochen wird oder wenn Unterschiede deutlich werden sollen: Wer sieht es wie? Wer macht sich die meisten Sorgen? Wer würde eine Veränderung zuerst bemerken?
Wann sollte ich vorsichtig sein?
In einer akuten Krise brauchen Menschen eher Halt als neue Perspektiven. Kinder sollten durch zirkuläre Fragen nicht in Loyalitätskonflikte zwischen Eltern geraten. Fragen Sie behutsam und lassen Sie „Weiß ich nicht“ als Antwort zu.
Stand: Oktober 2026
Quellen
- Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I. Vandenhoeck & Ruprecht
- Steve de Shazer, Yvonne Dolan: Mehr als ein Wunder. Lösungsfokussierte Kurztherapie heute. Carl-Auer
- Mara Selvini Palazzoli, Luigi Boscolo, Gianfranco Cecchin, Giuliana Prata: Hypothetisieren – Zirkularität – Neutralität. Familiendynamik 6 (1981), S. 123–139
Entwickelt von
Hedris Jahami.
Sozialarbeiter · KI-Experte
Praxisnahe KI-Fortbildungen für Fachkräfte der Sozialen Arbeit. Von jemandem, der beide Welten kennt.